Wer telefoniert, hinterlässt bekanntlich eine Datenspur. Sechs Monate lang werden diese Daten dann auf Vorrat beim Provider gespeichert. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung legt nun falsche Köder für Datenschnüffler aus und hat eine Tauschbörse für Prepaidkarten aufgemacht.
Die eigene Prepaidkarte schickt man mit mindestens 10 Euro Guthaben zusammen mit der Rufnummer, der PIN und einem frankierten Rückumschlag an den Arbeitskreis. Wenige Tage später erhält man eine andere Prepaidkarte zurück. Mit der neuen SIM-Karte telefoniert man dann unter einer anderen Identität. Nicht einmal der Arbeitskreis weiß mehr, wem er welche SIM-Karte geschickt hat.
Eine falsche Identität angenommen
Völlige Anonymität kann aber auch diese Protestaktion nicht gewähren. Denn bei der Vorratsdatenspeicherung wird ebenfalls die Gerätenummer erfasst. Wer sein altes Handy nicht auch durch ein neues ersetzt, könnte zumindest auf diese Weise identifiziert werden. Ein finanzielles Risiko geht man beim Tausch von Prepaidkarten nicht ein. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung weist auch darauf an, dass der Tausch von SIM-Karten legal ist.
Gerät jedoch derjenige, dem Sie Ihre SIM-Karte vermacht haben, in die Fänge der Ermittler, dann erweckt er den Anschein, er wäre Sie. Die Ermittler stehen dann erst einmal von Ihrer Tür. In diesem Fall sollte man schnell das Schreiben des Arbeitskreises zur Hand haben, das den anonymen Tausch belegt.
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