Gesichter

Evernote Hello soll die Visitenkarte ersetzen

Mit Handschlag begrüßt man sich am Anfang, man stellt sich vor, wenn man sich noch nicht kennt, vielleicht wird noch die Visitenkarte getauscht. Am Ende eines Messetages oder einer Party weiß man aber oft schon nicht mehr, welches Gesicht zu welchem Namen gehört und über was man gesprochen hatte. Die iPhone-App Evernote Hello soll helfen, sich daran zu erinnern.

Evernote Hello hält die Kontaktdaten, Fotos und den Kontext fest, in dem man sich begegnet ist. Das ist mehr als ein Adressbuch kann. Wie das Costumer Relationship Management (CRM) in Unternehmen werden die Begegnungen in den Vordergrund gestellt: wann man zuletzt gesprochen hat und worüber.

Nur wie kommen die Daten in die App? Klassisch wird die Visitenkarte abgetippt und eingescannt. Eventuell hat man sich nach der Begegnung noch ein paar Eindrücke auf der Rückseite notiert. Bei technischen Lösungen kommen meist Bluetooth und bald auch NFC zum Einsatz. Eine solche Lösung hat Evernote (extern) nicht parat.

Gesichter wiedererkennen statt nach dem Namen zu suchen

Gibt man die Daten während des Gesprächs selbst ein, wird man den einen oder anderen Fehler machen oder nachfragen müssen, wenn man nicht weiß, wie der Name geschrieben wird. Evernote empfiehlt deshalb, das iPhone einfach aus der Hand zu geben und den Gesprächspartner selbst seine Daten eingeben zu lassen. Während einer Messe oder einer Party kann das viel Zeit und Nerven kosten. In den meisten Fällen würde dann doch die Karte in die Hand gedrückt oder bloß die E-Mail-Adresse eingegeben, um die Daten hinterher auszutauschen.

Die Idee hinter Evernote Hello ist, Personen über Gesichter wiederzuerkennen. Diese füllen in chronologischer Reihenfolge den Bildschirm, vertikal kann man sie durchblättern. Evernote nennt diese Darstellung Mosaic, sie erinnert aber an das Kachelthema von Windows Phone 7. Allerdings muss das Foto erst noch gemacht werden. Per iPhone-Kamera werden gleich vier Bilder aufgenommen, die eine animierte Wiedergabe ermöglichen.

Im praktischen Fall wird man die Person, den man gerade kennengelernt hat, fragen, ob man sie fotografieren darf, um anschließend vor den Augen aller das iPhone zu heben und auf den Auslöser zu drücken. Wer sich über soziale Plattformen wie Facebook oder Xing miteinander verbindet, gibt letztlich nur das Bild frei, das er selbst online gestellt hat. Dort werden die Daten auch in beide Richtungen offengelegt. Evernote Hello kann dies auch. Wenn unter den neuen Kontaktdaten sich eine E-Mail befindet, können dorthin automatisch die eigenen Daten geschickt werden.

Was gab es zum Essen?

Das ist aber nur der Datenaustausch beim Erstkontakt, dem kann anschließend noch ein Kontext hinzugefügt werden sowie bei jeder weiteren Begegnung. Zu einem Kontakt wird angezeigt, was zur selben Zeit über Evernote und Evernote Food erfasst wurde – also was man bei einem Mittagessen zusammen gegessen hat bzw. die Daten zu einem Projekt, das man während des Gesprächs bearbeitet hat. Eigene Anmerkungen lassen sich auch hinzufügen.

Evernote Hello ist eine eigenständige Anwendung, die es kostenlos im Apple App Store gibt. Die Daten, die darüber erfasst werden, lassen sich dennoch über alle Evernote-Anwendungen abrufen, bleiben dort aber schreibgeschützt.

10.12.2011 | 13:42 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Gesichter, Evernote, Evernote Hello

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