Für 8,7 Milliarden Dollar wird Google den Smartphone- und Tablet-Entwickler Motorola Mobility übernehmen. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben dem Kauf zugestimmt. Die Übernahme soll im Laufe des Jahreswechsels abgewickelt sein. Voraussetzung ist das Einverständnis der Kartellbehörden in den USA und in Europa.
Damit wird Google zum Hardware-Hersteller, aber nur indirekt, denn Motorola Mobility soll eigenständig bleiben. Android bleibt ein offenes Betriebssystem und wird den Partnern der Open Handset Alliance (OHA) wie gewohnt zur Verfügung stehen.
Die anderen Hardware-Entwickler, die Android einsetzen, haben in ersten Stellungnahmen die Übernahme begrüßt. In fast identischem Wortlaut wurde Googles Verspflichtung gelobt, Android und seine Partner zu verteidigen.
Es geht auch um Patente
Diese werden gerade von Apple mit Patentklagen überzogen. Google selbst sieht sich Vorwürfen von Oracle ausgesetzt. Durch den Kauf gelangt Google nun an viele Mobilfunk-Patente, auch grundlegende.
Motorola ist ein traditionsreiches Unternehmen, das mit dem StarTAC und dem Razr herausragende Handys produziert, in letzter Zeit aber immer mehr Marktanteile verloren hat.
Lediglich das Motorola Droid, das von Verizon in den USA stark beworben wurde und in Deutschland als Motorola Milestone nur einen mäßigen Erfolg hatte, konnte an alte Zeiten anknüpfen.
Mehr Eigenständigkeit?
Auch wenn Motorola Mobility formell unabhängig bleibt, könnte Motorola eine neue Richtung einschlagen. Die meisten Handy-Produzenten versuchen Android durch eine eigenen Oberfläche ihren Stempel aufzudrücken. Motoblur steht aber immer wieder in der Kritik.
Es ist denkbar, dass Motorola die Benutzeroberfläche aufgibt und in Zukunft nur ein reines Android anbieten wird.