Spiele

Spartan: Facebook wird zur Plattform

Vor Monaten schon hat Facebook eine Grenze gezogen: Man werde keine Geräte bauen. Statt eines Facebook-Handys werde es mit Facebook Mobile eine Plattform geben, die auf allen mobilen Geräten laufen soll. Gezeigt wurde dann aber bloß eine Anwendung mit ein paar Funktionen extra. Doch jetzt dürfte die Plattform bald fertig sein.

Dies berichtet das US-Blog TechCrunch (extern) unter Berufung auf Quellen, die mit der Sache vertraut sein sollen. Der Autor will die Plattform aber auch mit eigenen Augen gesehen haben. Spartan soll sie heißen – intern. In den nächsten Wochen soll Spartan bereits vorgestellt werden und kurz darauf auch starten. Facebook wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Spartan soll alle Facebook-Funktionen als mobile Website im mobilen HTML5-Browser umsetzen, aber noch weit darüber hinausgehen. So wird man in Facebook Spartan Anwendungen anderer Anbieter einbetten können, TechCrunch nennt Spiele von Zynga und Nachrichten von der mittlerweile zu AOL gehörenden Huffington Post.

Käufe über Facebook abwickeln

Das wäre dann eine mobile Plattform, die diesen Namen auch verdient. Kein App Store kontrolliert den Zugang und kassiert, sondern Facebook. Die Anwendungen sollen in einem Facebook-Rahmen erscheinen, über den man schnell seinen Spielstand oder eine News auf Facebook posten kann, dort soll aber auch ein Bezahldienst integriert werden – auf Basis von Credits.

TechCrunch wertet eine solche Plattform als Affront gegen Apple. Dort wurde bei der Vorstellung von iOS 5 gerade Twitter den Vorzug gegeben. Twitter wird tief ins Betriebssystem integriert – nicht Facebook.

Das Problem ist noch ein anderes: Wenn man Neuerungen auf allen mobilen Betriebssystemen gleichzeitig veröffentlichen will, muss man sich mit Apple absprechen. Dort ist der Kontrollprozess am genauesten und am langwierigsten. Google stört so etwas nicht, Facebook schon.

Alle Funktionen immer und überall

HTML5 umgeht dieses Problem, indem es Web-Anwendungen ermöglicht, die im Browser laufen. Google hat das mit Google Voice und Google Latitude fürs iPhone bereits vorgemacht, Facebook scheint mit Spartan diesem Vorbild zu folgen, auch Amazon könnte mit seiner Kindle-Plattform nachziehen.

Man muss aber nicht nur auf die Großen schauen, auch die Kleinen profitieren von Web-Apps. In der Regel werden Anwendungen zuerst für iPhone und Android entwickelt. Was im Browser läuft, läuft aber gleichzeitig auch auf einem Windows Phone und einem HP Pre mit webOS.

16.06.2011 | 16:23 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Spiele, Facebook, Plattform, Spartan

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