Bereits seit Dezember 2010 nutzt E-Plus die HSPA-Technik über GSM-Frequenzen im 900-MHz-Bereich, um schnelleres Internet anzubieten. Dies war aber bloß eine Sondergenehmigung der Bundesnetzagentur für ausgewählte Gebiete. Jetzt hat E-Plus die komplette Freigabe beantragt.
Über die GSM-Erweiterung EDGE sind in deutschen Netzen Datenverbindungen mit maximal 220 kbit/s bzw. 260 kbit/s möglich. Mit HSDPA lassen sich aber auch Downloads mit bis zu 7,2 Mbit/s erzielen, über HSDPA+ sollen es später sogar bis zu 21,6 Mbit/s werden.
E-Plus könnte auf diese Weise die Versorgung mit mobilem Internet im ländlichen Bereich erheblich verbessern. Je kleiner die Frequenz ist, desto größer kann die Funkzelle sein und desto weniger Antennenstandorte werden benötigt, um ein Gebiet abzudecken.
Teure Lizenzen
Der Frequenzbereich um 900 MHz ist auch gar nicht so weit von dem Bereich um 800 MHz entfernt, den die anderen drei Netzbetreiber vor einem Jahr für viel Geld ersteigert haben. Sie wollen und müssen darüber Breitband-Internet in ländliche Haushalte bringen, die keinen DSL-Anschluss erhalten können.
Eine direkte Konkurrenz dazu wird E-Plus nicht anbieten können, da sich alle Kunden in einer Funkzelle die Bandbreite teilen und 7,2 Mbit/s nur bei einem Nutzer mit einem DSL-Anschluss vergleichbar wäre, nicht aber bei zehn mobilen Surfern.
Günstige Tarife
Für die Nutzung mit dem Tablet und Smartphone brächte die Nutzung von HSPA über GSM-Frequenzen aber einen erheblichen Fortschritt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass E-Plus auf Technik setzt, die bereits am Markt vorhanden ist. Der Kunde muss also keine neue Hardware kaufen und kann auch auf günstige Tarife hoffen, da E-Plus durch den Verzicht auf teure Lizenzen und durch den Kauf günstiger HSPA-Hardware Geld spart.