Als Microsoft gestern angekündigte, demnächst Kamera-Autos durch Deutschland zu schicken, um Häuserfronten für Bing Maps Streetside zu fotografieren, wurde der Presse ein Bild geliefert, das ein solches Auto mit dem Logo der Nokia-Tochter Navteq zeigt. Die gemeinsame Datenerfassung ist Teil des neuen Ökosystems, von dem Nokia-Chef Stephen Elop sprach.
Nokia wird nicht nur Smartphones mit Windows Phone 7 bauen, es soll auch ein gemeinsames Ökosystem geschaffen werden, das mit Android und iOS konkurrieren kann. Inwieweit dabei Bing und Ovi verschmelzen oder eigenständig bleiben, wurde noch nicht gesagt.
Bing Maps soll aber in Zukunft auf jeden Fall die Karten der Nokia-Tochter Navteq nutzen. Bing Maps und Ovi Maps werden somit irgendwann die gleiche Datengrundlage haben.
Logos von Bing und Navteq auf dem Auto
Für die Abbildung von Straßenzügen als Foto oder in 3D sowie für die Standorte von WLAN-Netzen erfassen die Navteq-Autos demnächst die Daten. Sie werden neben dem Navteq-Logo auch eines von Bing tragen.
Ein eigenes Street View hatte Nokia bereits im September 2011 angekündigt. "Noch vor Jahresende wollen wir mit der Erfassung in Frankreich und Großbritannien beginnen", sagte Navteq-Manager Frank Pauli der Wirtschaftswoche.
In Deutschland sollte die Datenerfassung aber erst starten, wenn die Street-View-Debatte ein Ende gefunden habe. Mit dem Kodex für Geodaten scheint dies – zumindest aus Sicht von Nokia – der Fall zu sein.