Larry Page ist seit heute wieder Google-Chef. Zusammen mit Sergey Brin hat er 1998 den Suchmaschinen-Betreiber gegründet. 2011 gab er den Chefsessel an Eric Schmidt ab. Es wurde damals ein erfahrener Manager für den Börsengang gebraucht. Unter Page wird wieder mit einem neuen Kurs gerechnet – und damit ist nicht die Börse gemeint.
Page übernimmt die Verantwortung für das Tagesgeschäft, die Produktentwicklung und die generelle Strategie. Seine eigentliche Aufgabe besteht aber darin, in dem groß gewordenen Unternehmen die Abläufe wieder zu vereinfachen und Ideen schneller umzusetzen.
Die wirtschaftlichen Zahlen sehen zwar gut aus, einige Produkte der letzten Jahre sind aber Flops geworden. Das allein wäre kein Problem, wenn andere nicht in der gleichen Zeit etwas entwickelt hätten, das Google schon bald übertreffen könnte: Twitter, Groupon, vor allem aber Facebook.
Neu ordnen
Google hat zudem viele Mitarbeiter verloren, darunter auch einige wichtige. Jeder zehnte Facebook-Mitarbeiter soll vorher für Google gearbeitet sein. Neue Ideen ließen sich nur langsam umsetzen, heißt es. Das ist die Krankheit, unter der große Institutionen leiden: Bürokratie.
Auch wenn Page öffentlichkeitsscheu ist und kein guter Redner, so wird ihm doch nachgesagt, dass er große Projekte voranbringt – mit Ideen und in der Umsetzung. Er wird die vielen Produkte neu ordnen müssen, sich von einigen trennen und andere zum Erfolg führen.
Der zweite Google-Gründer, Sergey Brin, hat seinen Titel abgegeben und ist jetzt nur noch allgemein für strategische Projekte zuständig. Das ist aber keine Entmachtung. Brin erhält ebenfalls mehr Freiheiten, einzelne Projekte voranzubringen.
Google 3.0
Eric Schmid zieht sich dagegen mit dem heutigen Tag etwas zurück. Er ist nur noch Chef des Verwaltungsrates, wird die beiden Gründer weiterhin beraten, aber weniger in den Alltag eingebunden sein.
Als begabter Redner wird er wie gewohnt auf Konferenzen erklären, was Google macht. Er gleicht damit eine Schwäche von Page aus – zumindest eine Zeitlang.
Der Wechsel an der Spitze von Google wurde bereits Ende Januar angekündigt. Viel Brimborium darf man vom heutigen Tag aber nicht erwarten. Ob Google es tatsächlich schafft, in eine dritte Phase überzugehen, wird sich erst an den Produkten zeigen – neu, überarbeitet oder neu verknüpft.