Circles

Google will Orte verbinden, keine Menschen

Gestern sollte Google ein soziales Netzwerk starten, einen Facebook-Konkurrenten, kündigte ReadWriteWeb (extern) an. Google dementierte erst halbherzig (nicht zur SXSW-Konferenz), dann klipp und klar: Man arbeite an keinem sozialen Netzwerk. Google Circles war tot, bevor es das Licht der Welt erblickte.

Auch wenn sich die Medien einen Facebook-Killer von Google wünschen (und schon seit Jahren nach einem iPhone-Killer fahnden), Google kopiert nicht einfach, Google entwickelt sich selbst und will letztlich mit seinen Produkten auch Geld verdienen.

Das ist aber das Problem der sozialen Netzwerke. Facebook verdient momentan nur gut dank seiner Größe. Die Werbeplätze jedoch werden unter Durchschnitt vermarktet. Twitter versucht sich an gesponsorten Tweets. Von MySpace und StudiVZ spricht kaum noch einer.

Nicht wer sucht zahlt, sondern wer gefunden werden will

Google hat das erkannt und will nicht primär Menschen mit Menschen verbinden, sondern mit Orten. Google Places steht dabei im Mittelpunkt, eine Datenbank für Cafés, Restaurants, Ärzte und Handwerker.

Nicht wer sucht zahlt, sondern wer gefunden werden will. So funktioniert auch Google AdSense. Das Geld soll von den Geschäftsleuten kommen. Das hat aber auch Facebook schon kapiert und seinen Dienst Facebook Deals gestartet.

Unsozial wird Google deshalb nicht. Schon vor Monaten wurde angekündigt, dass alle Dienste eine soziale Komponente erhalten werden.

Soziales nur als Layer, nicht als eigenständige Dienste

Google Places macht erst einmal das, was Google am besten kann: Daten bereitstellen, die sich durchsuchen lassen. Jeder Nutzer kann aber auch einen Ort bewerten und über Google Hotpot den Empfehlungen der Freunde ein besonderes Gewicht verleihen.

Wer will, kann bereits jetzt sein soziales Online-Dasein komplett bei Google ausleben. Alle Infos zur Person lassen sich auf einer Profilseite zusammenfassen, und über Google Buzz kann man die Welt am eigenen Sein und Tun teilhaben lassen.

Google hat also bereits alle Komponenten und müsste diese nur noch integrieren. Ob der Dienst dann Google Circles heißt oder Google Me oder Google +1, würde dann keine Rolle spielen.

Integration von Google Maps und Google Places

Auch wenn Google in den letzten Jahren immer ein neues Produkt zur I/O-Konferenz in Mai vorgestellt hat, nach einigen Pleiten (zum Beispiel bei Google Wave) werden die Ankündigungen bzw. die Entwicklungsschritte wohl nun kleiner werden.

Man darf gespannt sein, was Marissa Mayer, die neue Chefin für lokale Dienste, in den letzten Monaten entwickelt hat. Hier wird es vor allem um die Integration von Google Maps und Google Places gehen. Ein sozialer Layer wird mit Sicherheit auch dabei sein. Mit einem Facebook-Killer sollte man aber nicht rechnen.

14.03.2011 | 14:06 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Circles, Google, Google Places, soziales Netzwerk, social network

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