Recycling

Alt-Handys sind 65 Mio. Euro wert

Handys werden zu schnell durch neue ersetzt. Wenn es nach Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) (extern), ginge, müsste die Politik die Wirtschaft zum Recycling zwingen. Dies sagte er dem Hamburger Abendblatt (extern).

Das Problem seien die Rohstoffe im Handy, die mit der Zeit knapp würden. Das sind bestimmte Metalle, aber auch sogenannte Seltene Erden. 97 Prozent des Weltbedarfs an Seltenen Erden kommt derzeit aus China.

Die Tarife der Mobilfunker würden die Kunden zum ständigen Neukauf drängen. Die Alt-Handys, die nun in der Schublade liegen, hätten nach Schätzung des Umweltbundesamtes aber einen Materialwert von mindestens 65 Millionen Euro.

Gutschrift statt Handy-Subvention

"Wir brauchen den sparsamsten Einsatz von Rohstoffen, langlebige Produkte und ein gutes Recycling", so Flasbarth. Seiner Ansicht nach sollten nur noch Handys auf den Markt kommen, die zumindest teilweise aus recycelten Materialien bestehen.

Neben dem Zwang durch Vorschriften sieht der UBA-Präsident noch eine andere Lösung: "Warum bieten die Mobiltelefonanbieter nicht jedem eine Gutschrift an, der sein altes Telefon zurückbringt, bevor er ein neues kauft? Das wäre auch gut für die Umwelt."

10.03.2011 | 18:13 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Recycling, Metalle, Seltene Erden, Umweltbundesamt

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