Palm (und jetzt HP Palm) hatte nie den Anspruch, etwas auf Augenhöhe von anderen zu schaffen – sagen wir mal Apple. Das Palm Pre wollte besser sein. Dementsprechend ist auch das HP TouchPad nicht bloß ein weiteres Tablet. Es hat ein paar Extras erhalten, die so außergewöhnlich dann aber doch nicht sind.
Dieser Grundgedanke hat sich im Betriebssystem webOS manifestiert. Das Gerät mag schön sein, brauchbar wird es aber erst durch einen Zugang zum Internet. Dort liegen schließlich die Daten.
Das HP TouchPad geht noch eine andere Verbindung ein – mit einem Smartphone, auf dem webOS 2.2 läuft, oder in einem begrenzten Umfang auch mit anderen Smartphones.
Touch-to-share
So kann das HP TouchPad Telefonate und SMS annehmen, die eigentlich auf dem Smartphone ankommen. Gekoppelt werden beide Geräte über das Bluetooth-Profil Hands Free. Das funktioniert daher auch mit einem Tablet ohne UMTS-Modem.
Praktisch bedeutet dies, wer mit dem Tablet auf dem Sofa sitzt, muss nicht aufstehen, wenn das Smartphone außer Reichweite auf der Kommode liegt.
Geräte mit webOS 2.2, also das HP Pre 3 und das HP Veer, beherrschen zudem die Funktion Touch-to-share. So lässt sich eine geöffnete Webseite von einem auf das andere Gerät übertragen, wenn man beide kurz aneinanderhält.
Der Touchstone ist ein Ständer
Auch das ist praktisch: Sucht man sich auf dem Tablet ein neues Restaurant heraus, kann man mit einem Touch Webgeschreibung und Kontaktdaten auf das Smartphone übertragen.
Für das HP TouchPad gibt es auch eine Ladegerät, das Touchstone heißt. Es handelt sich aber dabei um einen Ständer. Eine externe Tastatur gibt es auch, sodass man das Tablet am Tisch wie ein Netbook (pocketbrain.de) nutzen kann.
Im Ladegerät schaltet das HP TouchPad in den Exhibition-Modus. Dabei merkt sich das Tablet, wo es gerade ist. Auf dem Ständer im Schlafzimmer wird der Wecker angezeigt, im Wohnzimmer eine Diashow mit dem Urlaubsbildern, im Büro der Kalender.
Extras nicht außergewöhnlich
Die lange Zeit der Entwicklung hat aber ihren Preis. Was HP Palm hier als Extras präsentiert, wird man auch auf anderen Tablets finden. RIM hat ebenfalls eine enge Koppelung von Blackberry (pocketbrain.de) und Playbook angekündigt.
Über NFC werden sogar fremde Geräte Daten wie Webseiten oder Adressen tauschen können, indem man sie kurz aneinander hält. Desktop-Browser können jetzt schon Webseiten an Handys schicken.
Das HP TouchPad stiehlt dem iPad keinesfalls die Schau. Die Hardware ist sich zu ähnlich, webOS nicht emotional genug, die Extras schon veraltet. Wenn das TouchPad erscheint, wird Apple schon das iPad 2 auf den Markt gebracht haben.