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Das Nokia-Paradox

Das konnte nicht ewig so weitergehen. Irgendwann musste Nokia etwas anders machen und hat erst einmal einen neuen Chef gesucht. Seitdem macht Stephen Elop alles anders. Mit seiner Wahl wurde aber eine Weiche schon gestellt. Es wurde ein Software-Experte geholt. Gerade er soll jetzt MeeGo aufgeben und Windows Phone 7 lizensieren?

Nokias Stärke war immer die Hardware. Die Software spielte nur eine untergeordnete Rolle. Diese Nachlässigkeit hat in den letzten Jahren oft auch das Erscheinen eines neuen Smartphones solange verzögert, bis schon nicht mehr aktuell war.

Mit Ovi wurde ein dritter Bereich geschaffen, da Nokia glaubte, mit den Geräten allein nicht genug verdienen zu können. Das Unternehmen wurden seitdem mehrmals umstrukturiert – und schließlich Elop geholt.

Elop setzt auf Symbian

Der neue Nokia-Chef hat ein paar Dinge schnell geändert: Ovi wurde ein wenig abgespeckt, zum Beispiel die Musik-Flatrate wurde in den meisten Ländern eingestellt. Vor allem wurde aber Symbian zurück zu Nokia geholt.

Der Software-Mann Elop hat die Bedeutung eines eigenen Betriebssystems erkannt. Statt einer neuen Version alle paar Monate wird Symbian wieder kontinuierlich entwickelt und aktualisiert.

Neue Funktionen kommen auf diese Weise wieder schneller auf die Smartphones und auch auf ältere Geräte, sofern sie genug Leistung dafür haben.

Windows Phone 7 nur für den Übergang?

Stephen Elop sagte auch sehr schnell, dass das erste Smartphone mit MeeGo erst 2011 erscheinen werde. In vielen Bereichen trieb er an, hier trat er anscheinend auf die Bremse.

Allgemein wird erwartet, dass Nokia morgen MeeGo aufgibt und stattdessen den Einsatz von Windows Phone 7 verkünden wird. Denkbar ist auch, dass sich Elop erst einmal Luft verschaffen will, um MeeGo richtig zu machen.

Das kann erfolgreich sein: Windows Phone 7 und webOS sind auch aus solchen Neuansätzen entstanden – nachdem man sich zuvor in der Entwicklung verrannt hatte.

Von HTC, LG und Samsung kaum zu unterscheiden

Gute Smartphones mit Windows Phone 7 gibt es bereits – von HTC, LG und Samsung. Nokia könnte nicht viel anders machen: Das Betriebssystem lässt sich nur wenig anpassen, für die Hardware gibt es Mindestanforderungen.

Nokia hat in den letzten Jahren solide Geräte entwickelt, dessen Stil aber nicht jedem gefällt. Was Nokia dann noch unterscheiden könnte, wäre Ovi.

Der Software-Mann Elop könnte die Entwicklung von MeeGo einstellen, um sich auf die Dienste zu konzentrieren. Ein solches Modell war aber noch nie erfolgreich. Nokia hat das selbst versucht. Wegen Ovi wird kein Handy gekauft.

Ovi und Bing dümpeln beide vor sich hin

Apple verdient trotz des üppigen 30-Prozent-Anteils im App Store vor allem an den Geräten. Lediglich Android macht Gewinne über Werbung, die in mobilen Diensten angezeigt wird. Google Maps wird in Zukunft einiges einbringen.

Die Kooperation zwischen Nokia und Microsoft macht deshalb auch Sinn – bei den Diensten, nicht beim Betriebssystem. Bing dümpelt genauso vor sich hin wie Ovi.

Alte Kooperation, neu aufgelegt

Eine solche Kooperation gibt es auch bereits. Dienstlich genutzte Nokia-Handys verbinden sich über Microsoft-Technik mit ihren Unternehmen. Auf Seiten Microsofts war für diese Kooperation seinerzeit Stephen Elop verantwortlich.

Microsoft könnte die Bing-Suche und seine Mail-Dienste einbringen, Nokia wiederum Ovi Maps. Das Kartenmaterial dort stammt wie auch bei Bing Maps von der Nokia-Tochter Navteq.

10.02.2011 | 17:37 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Microsoft, Nokia, Stephen Elop, Microsoft, Kooperation, Ovi, Symbian, MeeGo

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