Monika Piel

ARD und Verlage: Gemeinsames Kassieren denkbar

Die WDR-Intendantin Monika Piel ist jetzt auch Vorsitzende der ARD. Zu Beginn ihrer Amtszeit hat sie zahlreiche Interviews gegeben, in denen es auch darum ging, ob Nachrichten-Angebote der öffentlichen-rechtlichen Sender auf dem Handy etwas kosten sollen. Die Antwort ist ein klares Ja-Nein-Vielleicht.

Piel wiederholte, was auch schon bei der Vorstellung der Tagesschau-App gesagt wurde: Da die Anwendung lediglich Inhalte präsentiert, die es schon an anderer Stelle im Internet gibt, wird die Tagesschau-App kostenlos bleiben.

Bei anderen Anwendungen jedoch, bei denen Extra-Kosten entstehen, weil zum Beispiel Rechte gekauft werden müssen, sei dies anders. Dort könnten diese Kosten an die Nutzer weitergegeben werden.

Nicht den Wettbewerb verzerren

Mit anderen Worten: Wofür GEZ-Gelder genutzt wurden, wird nicht ein zweites Mal kassiert. Im Interview mit dem Handelsblatt bringt sie aber eine neue Perspektive ins Spiel – den Wettbewerb mit den Zeitungsverlegern im Internet.

"Wir wollen keine Wettbewerbsverzerrung betreiben. Wenn es die Verleger schaffen, alle ihre Apps kostenpflichtig zu machen, werde ich mich in der ARD dafür einsetzen, dass auch wir Geld verlangen."

Die Zeitungsverleger hatten kritisiert, dass ein kostenloses Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender ihre kostenpflichtigen Angebote kaputt machen würde.

Gemeinsam vermarkten


Die ARD-Vorsitzende ist sich aber bewusst, dass sie die Latte für die Bedingung ziemlich hoch gelegt hat: "Noch gibt es an die hundert kostenlose Sport-Apps." Dass alle Verleger mitziehen, scheint also ziemlich unwahrscheinlich.

Piel bringt auch eine weitergehende Zusammenarbeit ins Spiel, die über die Frage Kostenlos-kostenpflichtig hinausgeht: "Ich kann mir gemeinsame Plattformen vorstellen, um unsere Inhalte zu vermarkten. Wir sollten das Online-Geschäft nicht nur den multinationalen Konzernen überlassen."

Google, Apple und Vodafone


Gemeint sind damit unter anderem Google, Apple und Vodafone. Die ARD-Vorsitzende hält aber sogar noch einen Schritt weiter für denkbar.

"Ich kann mir zudem mit den Verlagen eine gemeinsame Internetplattform vorstellen. Dort könnten die Verlage und die Anstalten dann ihre kostenpflichtigen Qualitätsinhalte vertreiben."

05.01.2011 | 18:27 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Monika Piel, ARD, WDR, Tagesschau-App, News-Portal, öffentlich-rechtlich, kostenpflichtig, kostenlos, Zeitungsverlage, Wettbewerb

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