Datenweitergabe

Apple verklagt: iPhone verrät, wer du bist

Das renommierte Wall Street Journal (WSJ) hatte sich angeschaut, welche Daten die Anwendungen auf iPhone und Android-Handy weitergeben. Das erschreckende Ergebnis: Die Werbetreibenden werden nur so mit Daten gefüttert. Apple wurde deshalb nun verklagt. Dies berichtet Bloomberg.

Jonathan Lalo hat vor dem kalifornischen Bezirksgericht in San Jose Klage eingereicht. Vertreten wird er von der Anwaltskanzlei KamberLaw, die schon manche Sammelklage gewonnen hat. Parallel wurde von anderer Seite eine zweite Klage eingereicht, bei der er es um die gleiche Sache geht.

Die Klage umfasst zwei Punkte. Beim ersten geht es um den Unique Device Identifier (UDID) – eine Nummer, über die ein iPhone eindeutig erkannt werden kann.

Gerätenummer ist ein Supercookie


Die Werbetreibenden können darüber bestimmen, welche Apps auf einem iPhone oder iPad installiert sind und wie sie genutzt werden. Das funktioniert ähnlich wie bei einem Cookie auf dem Computer, nur dass der iPhone-Besitzer die UDID nicht löschen kann.

Beim zweiten Punkt geht es um einzelne Anwendungen, die Nutzerdaten an Werbenetzwerke weitergeben. Konkret genannt werden Pandora, Paper Toss, Weather Channel und Dictionary.com.

Es geht dabei unter anderem um Aufenthaltsort, Alter, Geschlecht, Einkommen, Ethnie, sexuelle Orientierung und politische Ansichten.

Apple prüft und winkt durch

Die Daten werden ohne Einverständnis der Nutzer weitergegeben, aber auch mit Billigung von Apple, denn Apple prüft jede Anwendung, bevor sie in den App Store aufgenommen wird.

Aus diesem Grund umfasst die Klage die Anbieter der vier genannten Anwendungen genauso wie Apple.

30.12.2010 | 11:43 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Datenweitergabe, Klage, Apple, iPhone, Werbenetzwerk, Werbetreibende, Datenschutz

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