Die Bundesnetzagentur gestattet dem Mobilfunker E-Plus die für GSM vorgesehenen Frequenzen im Bereich um 900 MHz für Breitband-Internet zu nutzen. Dies berichtet Die Welt.
Über die GSM-Erweiterung EDGE sind in deutschen Netzen Datenverbindungen mit gerade einmal 220 kbit/s möglich. E-Plus will aber die UMTS-Erweiterungen HSDPA und HSUPA einsetzen. In einem ersten Schritt wären dann Downloads mit bis zu 7,2 Mbit/s möglich.
Das entspricht einem DSL-6000-Anschluss, wenn nur ein Nutzer online geht. Tatsächlich müssen sich aber alle Kunden in einer Funkzelle die Bandbreite teilen. Es bleibt abzuwarten, wie schnell die Daten dann letztlich fließen werden.
Downloads mit bis zu 21,6 Mbit/s
In einem späteren Schritt soll dann auch die Technik HSPA+ eingesetzt werden, die Downloads mit bis zu 21,6 Mbit/s ermöglicht. Die Genehmigung gilt für 25 Standorte. Die anderen Netzbetreiber können entsprechende Anträge stellen.
Diese haben in diesem Jahr aber für viel Geld ein Frequenzpaket im Bereich um 800 MHz ersteigert. Der Abstand zu dem Frequenzbereich um 900 MHz, den E-Plus jetzt nutzen will, ist nicht groß. Der zweite GSM-Bereich liegt bei 1800 MHz, UMTS jenseits der 2000-MHz-Grenze.
Weniger Antennen notwendig
Physikalisch gilt: Je kleiner die Frequenz, desto größer kann die Funkzelle sein, desto weniger Antennenstandorte benötigt man, um ein Gebiet abzudecken. E-Plus hätte viel Geld gespart.
E-Plus war genauso wie O2 mit Frequenzen aus dem Bereich um 1800 MHz gestartet, hatte später aber auch Frequenzen im 900-MHz-Block erhalten. Die Frequenzen sind aber immer noch ungleich verteilt. T-Mobile und Vodafone haben einen Vorteil behalten.