Telekom-Chef Rene Obermann hat der Zeit ein Interview gegeben und vor allem zum Thema Netzneutralität Stellung genommen. Wo genau seine Position liegt, wurde dennoch nicht klar.
Das Problem sei, dass bei geringen Netzkapazitäten Gespräche abbrechen würen, ebenso Videotelefonate, Filme ruckeln oder ganz generell im Netz ein Stau entstehe. In der Telemedizin sei es aber zum Beispiel lebenswichtig, dass Daten zuverlässig übertragen würden.
Obermann leitet daraus ab, dass die Netzkapazitäten besser gemanagt werden müssten. Je nach Service müssten unterschiedliche Qualitätsstufen bereitgestellt werden – "ohne den heutigen Standard zu verschlechtern".
"klar definierte Kriterien"
Der Zugang dürfe aber nicht diskriminiert werden: "Alle Inhalteanbieter und alle Kunden müssen Zugang zu diesen Stufen haben".
Mit anderen Worten: Wer mehr zahlt, bekommt keinen Vorrang, sondern nur die gleiche garantierte Bandbreite wie alle anderen für das gleiche Geld auch.
"Wir wollen unterschiedliche Qualitätsstufen im Netz – nach klar definierten Kriterien und zwar für alle. Es gibt keine Diskriminierung."
Extra zahlen für VoIP und Chat
Wie diese Kriterien aussehen könnten, sagte Obermann jedoch nicht. Im Festnetz bekommt bereits IPTV Vorrang, damit die Fernsehbilder nicht ruckeln.
Im Mobilfunk gibt es aber auch Telekom-Tarife, bei denen man für Instant Messaging oder Voice over IP (VoIP) extra zahlen muss, ohne einen technischen Vorteil dadurch zu erlangen.