Google hatte angekündigt, Häuseransichten in Street View noch vor dem Start zu verpixeln, wenn man rechtzeitig Widerspruch einlegt. In Oberstaufen ist dies misslungen. Über iPhone und iPad waren einige Häuser mal verpixelt mal unverpixelt zu sehen.
Spiegel Online hatte gestern über die Fehler in Street View berichtet. Google gab den Fehler zu und reagierte schnell. Die Ansichten der fraglichen Häuser sind verschwunden.
An deren Stelle sieht man keine verpixelten Häuser, sondern schwarze Bilder mit dem Schriftzug: "Dieses Bild wird derzeit überarbeitet und wird demnächst wieder zur Verfügung stehen."
Rohdaten erst nach zwei Monaten verpixelt
Die Frage ist nur, welches Bildmaterial Google gespeichert hat, um es zu überarbeiten, und welches Bildmaterial über iPhone und iPad zu sehen war. Zugesichert hatte Google, dass die Häuser auch in den Rohdaten unkenntlich gemacht werden.
Dies geschehe aber, so Google gegenüber Spiegel Online, erst nach zwei Monaten, um noch strittige Punkte klären zu können. Erst dann würden die Ansichten in den Rohdaten verpixelt, was anschließend nicht mehr rückgängig zu machen sei.
Diese Stellungnahme erklärt aber nicht den Fehler, der sich über iPhone und iPad bebachten ließ. Aus einigen Blickwinkeln war ein Haus verpixelt, aus anderen nicht. Die Verpixelung trat auch erst mit einiger Verzögerung ein.
Nur ein Filter drübergelegt?
Aus dieser Beobachtung lässt sich schließen, dass Google die unverpixelten Bilder nimmt und diese nachträglich erst unkenntlich macht, indem ein Filter darüber gelegt wird.
Google sagte Spiegel Online auch, dass bei den Bildern in Oberstaufen eine andere Software verwendet werde als bei den Bildern der in Kürze frei geschalteten 20 deutschen Großstädte.
Testlauf ist gar kein Testlauf
Falls das so wäre, hätte der Testlauf in Oberstaufen nur eine PR-Funktion und keinen technischen Sinn gehabt. Testläufe im kleinen Rahmen sollen Probleme aufdecken, die im großen Rahmen dann vermieden werden können.
Jetzt hat Google aber auch ein PR-Problem. Wieder einmal.