Boku

Mobile Payment: Noch ein Abschlag vom Kaufpreis

Eines der nächsten großen Themen wird Mobile Payment sein oder Micropayment – das Bezahlen kleiner Beträge mit dem Handy. Angesichts der gewohnten Alternativen mag das für viele Nutzer noch in weiter Ferne liegen, der Kauf von Inhalten oder neuen Funktionen aus einer mobilen Anwendung heraus könnte aber den Stein ins Rollen bringen.

Die großen Unternehmen bereiten sich bereits darauf vor. Das US-Blog TechCrunch berichtet, dass Apple an einer Übernahme von Boku interessiert sei – zumindest an einer weitreichenden Zusammenarbeit.

TechCrunch berichtet weiter, dass Boku auch Gespräche mit Google führt. Allerdings sei hier nicht bekannt, ob das Ziel eine Übernahme ist. Boku wird bereits für sogenannte In-App-Käufe in Android-Anwendungen genutzt.

AdMob-Kauf hat iAd nicht aufgehalten

Apple und Google hatten sich schon seinerzeit um AdMob gestritten. AdMob bietet sowohl eine Plattform für mobile Werbung als auch Statistiken über den Zugriff auf mobile Anwendungen.

Bei AdMob hat Google den Zuschlag erhalten, aber auch ohne den Aufkauf hat Apple sein eigenes Programm iAd auflegen können. Egal, was konkret mit Boku geschieht, es wird erwartet, dass es neue Anläufe geben wird, Mobile Payment durchzusetzen.

Gregor Bieler, Chef von PayPal Deutschland, sagte vor wenigen Tagen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), dass ein solches System einfach, aber nicht zu einfach sein müsse.

Bezahlen mit zwei Klicks

Die Nutzer wollten keine Karte zücken müssen und auch keine PIN und TAN eingeben. Ein Bezahlvorgang mit nur einem Klick werde aber auch als zu einfach und somit als unsicher empfunden. Seiner Meinung nach werde es auf ein 2-Klick-Verfahren hinauslaufen.

Das Bezahlen mit dem Handy ist aber nicht nur eine Technik, sondern auch ein Geschäftsmodell. Die Gebühren sind allerdings sehr hoch. Wer mit der Kreditkarte bezahlt, muss 2 Prozent für die Abwicklung zahlen. Beim Bezahlen mit dem Handy beläuft sich die Verwaltungsgebühr auf über 30 Prozent.

Nur 49 Prozent bleiben

Der Verkauf von Anwendungen in Apple App Store hat jedoch gezeigt, dass man auch Geld verdienen kann, wenn man 30 Prozent des Kaufpreises abführen muss. Man muss die Anwendung nur oft genug verkaufen.

Mit einem zweimaligen 30-Prozent-Abschlag (für App Store und Mobile Payment) blieben einem Entwickler aber nur noch 49 Prozent des Verkaufspreises. Mehr als die Hälfte ginge an Apple oder Google.

04.11.2010 | 11:38 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Boku, Google, Apple, Mobile Payment, Micropayment, bezahlen, PayPal, Gebühren, Übernahme, Kauf

Anzeige

Werbung