Das war eine Breitseite, die Apple-Chef Steve Jobs gestern bei der Vorstellung der Quartalszahlen austeilte. Da er zu diesem Event nur selten erscheint, muss man annehmen, dass es ihm nicht um die Finanzzahlen ging, sondern um Android und die Versuche, sein iPad nachzubauen.
Zuletzt hatte man Jobs im Sommer in solcher Streitlaune gesehen. Das iPhone 4 war erschienen und auf den ersten Blick sehr eindrucksvoll. Doch dann häuften sich die Berichte von schlechten Verbindungen und Verbindungsabbrüchen.
Jobs wählte die Vorwärtsverteidigung und ging sämtliche Wettbewerber an. Blackberrys, Android-Smartphones und Nokia-Handys – sie allen hätten einen schlechten Empfang, wenn man sie nur richtig in der Hand hält. Oder eben falsch.
7-Zoll-Tablets zu klein
Der Vergleich sollte vom eigentlichen Problem ablenken – einem Konstruktionsfehler des iPhone 4. Jetzt ging Jobs ähnlich vor. Er stellte zwar Rekordzahlen vor, diese blieben aber dennoch hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Die Antennenaffäre hat ihre Spuren hinterlassen.
Tablets mit einem 7 Zoll großen Display seien zu klein, um sie über den Touchscreen mit dem Finger richtig bedienen zu können. Blackberry-Tablet und Samsung Galaxy Tab mit Android hätten deshalb keine Zukunft.
Hauptsächlich ging der Apple-Chef aber auf Android los. Googles Betriebssystem sei fragmentiert. Anwendungen wie Tweetdeck müssten für 100 Android-Versionen und 244 Handys entwickelt werden.
Nicht offen, sondern fragmentiert
Der von Google gerne genannte Gegensatz offen-geschlossen würde das vernebeln. Stattdessen sei Android fragmentiert und iOS integriert. Anwendungen für das iPhone würden auf allen Geräten gleich funktionieren.
Entscheidend sei, so Jobs, was das Beste für den Kunden ist. Wer nur möchte, dass das Handy funktioniert, sei mit einem integriertem System besser bedient.
Die von Jobs genannten Zahlen und Einschätzungen lassen sich diskutieren. RIM-Chef Jim Balsillie widersprach genauso wie Tweetdeck-Chef Iain Dodsworth.
Auf allen iPhones gleich
Android-Chef Andy Rubin gab über Twitter bloß eine kurze Anleitung, wie man Android herunterlädt und kompiliert - also in 140 Zeichen, eingeleitet von den Worten "Die Definition von offen".
Steve Jobs trifft aber einen Punkt: Was auf einem iPhone funktioniert, klappt auch auf einem anderen. Bei Android hängt dies jedoch immer vom Modell ab, das man in der Hand hält.
Google nicht das Feld überlassen
Dies ist keine akademische Diskussion für Jobs. Er will die Hoheit in der Debatte zurück. Seine Kunden sind zufrieden, aber dem Googleschen Offen-geschlossen-Paradigma will er nun etwas entgegensetzen: Apple-Produkte sind integriert.
Das hört sich doch gleich viel schöner an.