Anssi Vanjoki ist bekannt für seine klare Sprache. Bei Nokia hat er gerade seine Kündigung eingereicht, da jemand anderes Nokia-Chef geworden ist. Dass er auch die restlichen sechs Monate noch zu 100 Prozent dabei ist, zeigt er mit einem Vergleich unter der Gürtellinie.
Die Financial Times fragte ihn, warum Nokia nicht auf Android setzt. Die Handy-Entwickler, die dies tun, seien wie finnische Jungs, die in ihre Hosen pinkeln, um es im Winter warm zu haben. Dies sei allerdings nur eine kurzfristige Lösung.
Langfristig sei es keine gute Strategie, Google Android einzusetzen. Auf Dauer könnten die Kunden die einzelnen Marken nicht mehr unterscheiden. Die Folge seien fallende Umsätze.
Auch Symbian ist Open Source
Vanjoki ist Executive Vice President und Leiter der Sparte Mobile Solutions. Damit ist er für alle Highend-Geräte, die Entwicklung von MeeGo, aber auch für Ovi zuständig.
Sein Argument ist aber nicht schlüssig, denn auch Nokia nutzt zwei Betriebssysteme – Symbian und MeeGo –, die Open Source sind und damit auch von den Handy-Entwicklern genutzt werden könnten, die jetzt Android einsetzen.
Wie halten Symbian und MeeGo warm?
Mit seinem kräftigen Vergleich drückt sich Vanjoki auch um die Beantwortung der eigentlichen Frage: Ist Android besser als Symbian oder MeeGo?
Dass Nokia überhaupt ein zweites Betriebssystem entwickelt, zeigt, dass die Grenzen von Symbian erkannt wurden. Zudem vollzieht sich Symbians Wandel nur langsam.
Symbian und MeeGo sind noch lange nicht dort, wo Android bereits jetzt ist.