Datenschutz

Facebook droht ein Bußgeld

Nach Google und Apple rückt jetzt Facebook wieder in das Visier der Datenschützer. Der hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Johannes Caspar, hat ein förmliches Bußgeldverfahren gegen die Betreiber des soziales Netzwerks Facebook eingeleitet.

Das Problem ist, wie Facebook mit den Daten der Adressbücher umgeht, die einzelne Nutzer Facebook offenlegen, um die Präsenzen ihrer Freunde zu finden. Dabei werden auch Daten von Nichtmitgliedern ohne deren Einwilligung gespeichert.

Caspar wörtlich: "Zwar verfügen auch andere soziale Netzwerke über derartige Friend-Finding-Funktionen, diese führen aber nicht dazu, dass die Daten von Personen, die nicht zum Nutzerkreis des jeweiligen sozialen Netzwerks gehören, dauerhaft gespeichert werden."

Beziehungsprofile von Nichtnutzern

"Die Kontaktvorschläge, die Facebook in den Freundschaftseinladungen unterbreitet, geben durchaus Anlass zu der Vermutung, dass die aus den Adressbüchern der Nutzer erhobenen Daten auch zur Erstellung von Beziehungsprofilen von Nichtnutzern dienen."

"Wir kritisieren zudem, dass den aus dem E-Mail-Adressbuch hochgeladenen Kontakten nur ein von Facebook vorgegebener Einladungstext zugesandt wird. Eine Zurechnung der Einladung zum Nutzer, von dem die Adressen stammen, ist daher zweifelhaft, und möglicherweise liegt dadurch bereits eine unzulässige Direktwerbung vor."

Facebook hat nun bis zum 11. August Zeit, Stellung zu nehmen.

08.07.2010 | 16:41 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Datenschutz, Facebook, social network, soziales Netzwerk, Johannes Caspar, Hamburg, Adressbuch, Beziehungsprofil, Nichtmitglieder, Nichtnutzer, Bußgeldverfahren

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