Nach der Versteigerung neuer Mobilfunk-Frequenzen ist klar, was die Netzbetreiber nun machen: ihre Netze aufrüsten. Vodafone-Chef Fritz Joussen verrät im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erste Details.
Vodafone wird Long Term Evolution (LTE) nutzen, eine Mobilfunktechnik der vierten Generation (4G), um die Frequenzen im Bereich um 800 MHz zu nutzen (Digitale Dividende).
Bis Mitte 2011 soll die Auflage der Bundesnetzagentur erfüllt sein, die Gebiete mit Breitband-Internet über Mobilfunk zu versorgen, die derzeit keinen DSL-Anschluss erhalten können.
Jede Basisstation wird aufgerüstet
Erst wenn diese weißen Flecken versorgt sind, können größere Städte erschlossen werden. Bis 2013, also innerhalb von drei Jahren, will Vodafone jede GSM-Basisstation mit LTE-Technik aufgerüstet haben.
Der Vorteil dieser vergleichsweise niedrigen Frequenzen ist auch, dass die Gesprächsqualität innerhalb von Gebäuden besser ist. Bis zu 70 Mbit/s sollen laut Joussen in der Stadt unter Idealbedingungen möglich sein.
Auf dem Land – und damit überall – soll man 5 Mbit/s nutzen können. Die Bundesregierung wollte mit ihrer Breitband-Initiative erreichen, dass Daten mit mindestens 1 Mbit/s empfangen werden können.
Höhere Preis für Voice over IP gerechtfertigt
Beim Thema Netzneutralität nahm Joussen eine differenzierte Haltung ein. Er fordert zwar einen diskriminierungsfreien Zugang zum Netz, will aber nach verschiedenen Diensteklassen differenzieren können. Darüber ließen sich dann auch höhere Gebühren für VoIP-Daten rechtfertigen.
Zuguterletzt kündigte Joussen auch zu Weihnachten einen IPTV-Dienst an, mit dem Vodafone in Konkurrenz zum Dienst T-Entertain der Deutschen Telekom und zu den TV-Kabelbetreibern treten würde.
Der Dienst müsse aber nicht nur über eine VDSL-Leitung geführt werden. Vodafone möchte auch freie Kabel- und Satellitenkapazitäten nutzen. Neben einer reinen TV-Lösung soll es auch eine Multimedia-Suite geben. Das Angebot soll sich auf jedem Fall von der Telekom-Konkurrenz abheben.