Sidekick-Nachfolger

Microsoft Kin: Facebook und Twitter immer dabei

Obwohl man bereits wusste, wie die Handys aussehen, die Microsoft gestern vorstellte, gab es doch zwei Überraschungen: die Namen Kin One und Kin Two sowie die Einfachheit des Konzepts.

Das Pink Project hat lange an diesem Nachfolger des legendären Sidekick gearbeitet. Zwei Geräte wurden unter den Namen Pure und Turtle entwickelt. Jetzt heißen sie Kin One und Kin Two, die dazugehörigen Dienste Kin Loop, Kin Spot und und Kin Studio.

Die beiden Kin-Handys laufen nicht unter Windows Phone 7, sondern unter einem Kin OS, das auf Windows CE basiert und an Zune HD angelehnt ist. Es lassen sich keine Anwendungen nachträglich installieren. Demzufolge gibt es auch keinen App Store.

Nachrichten verschicken per Fingerwisch

Was nach einem Nachteil klingt, ist aber keiner. Kin One und Kin Two sollen den Kontakt zu Freunden halten. Dafür gibt es die Oberfläche Kin Loop, auf der die Neuigkeiten von Freunden aus allen sozialen Netzwerken zusammengeführt werden. Menüs und tieferliegende Ebenen gibt es nicht.
Am unteren Rand von Kin Loop befindet sich ein kleiner grüner Punkt namens Kin Spot, über den die eigene Nachrichten versendet werden. Links, Bilder und Videos lassen sich mit dem Finger auf den Spot ziehen, anschließend die Kontakte. Zum Schluss muss man noch wählen, auf welchem Weg man die Inhalte verschicken will. Einfacher geht es nicht.

Das US-Blog Engadget berichtet allerdings, dass die Kin-Handys nur alle 15 Minuten Kontakt mit Facebook und Twitter aufnehmen, um den Akku zu schonen. Auch ein klassischer Instant Messenger und ein Kalender fehlen. Hier wird aus der Einfachheit eine Beschränkung.

Alle Daten auch im Netz

Kin Studio spiegelt alle Daten auf einem Kin-Server, sodass diese auch über jeden Desktop-Browser erreichbar sind - dies gilt nicht nur für Bilder und Videos, sondern auch für E-Mails, MMS und SMS. Sämtliche Inhalte werden auf einem Zeitstrahl abgebildet, sodass Kin Studio gleichzeitig ein digitales Tagebuch ist.

Kin One und Kin Two werden wie schon der Sidekick von Sharp gefertigt. Beide Geräte sind ein Slider mit vollständiger QWERTZ-Tastatur. Das Kin One verfügt nur über eine Auflösung von 320 x 240 Punkten, 4 GB Speicher und eine 5-Megapixel-Kamera.

Das Kin Two hat eine doppelt so große Auflösung mit 480 x 320 Bildpunkten, einen 8 GB großen Speicher und eine 8-Megapixel-Kamera. Diese kann anders als beim Kin One auch HD-Videos aufnehmen.

Begrenzter Speicher

Microsoft sieht in der Kamera eine Stärke der Kin-Handys. Sie haben einen LED-BLitz und sollen auch bei schlechtem Licht gute Aufnahmen machen. Fotos lassen sich direkt zu Facebook hochladen, aber vorerst nicht zu Twitter.

Der Speicher lässt sich nicht über eine SD-Karte erweitern. Ist dieser Fall voll, muss man löschen. Fotos und Videos lassen sich auch nicht auf den Kin-Server auslagern, da die Daten auf dem Gerät und im Kin Studio immer synchron sind.

Ab Herbst in Deutschland

Die Daten können per UMTS, WLAN oder Bluetooth übertragen werden. Das Kin-Handy ist auch ein Zune-Player, was die Wiedergabe von Musik, Videos, Radio und Podcasts einschließt.

Das Kin One und das Kin Two sollen im Mai beim US-Netzbetreiber Verizon Wireless erscheinen. Da dort ein US-Standard genutzt wird, werden diese Geräte noch nicht in Europa funktionieren. Im Herbst bringt Vodafone die Microsoft-Handys aber auch nach Deutschland.

13.04.2010 | 14:07 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Sidekick-Nachfolger, Microsoft Kin, Kin One, Kin Two, Kin Loop, Kin Spot, Kin Studio, Zune, Facebook, Twitter

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