Das Medienecho war groß, als Palm vor einem Jahr sein neues Handy-Betriebssystem webOS und den dazugehörigen Palm Pre ankündigte. Bei den Käufern kam er nicht ganz so gut an. Palm blieb in finanzieller Schieflage und stehe deshalb zum Verkauf, berichtet Bloomberg.
Goldman Sachs und Qatalyst Partners suchten bereits nach Käufern, so Bloomberg unter Berufung auf drei Quellen, die nicht näher genannt werden. HTC und Lenovo hätten Palm bereits unter die Lupe genommen und würden wahrscheinlich ein Angebot abgeben. Dell soll das Interesse bereits verloren haben.
Übernahme-Gerüchte gibt es schon lange. Diese Berichte aus der Vergangenheit konnte man aber getrost als Meinung der Autoren abtun - egal ob sie von Journalisten oder von Analysten kamen. Elevation Partners finanzierte Palm und stand zum Unternehmen.
Ein eingespieltes Team
Palm-Chef Jon Rubinstein schob die Schuld dafür, dass so wenig Geräte verkauft wurden, kürzlich noch auf den Netzbetreiber Sprint. Der Fehler scheint im Marketing gemacht worden zu sein. Auch die von Palm autorisierte Werbung verstörte die Kunden.
Dennoch wird die Leistung von Jon Rubinstein gelobt. Er hat ein komplett neues Team zusammengestellt, das webOS von Grund auf entwickelt hat. Dieses Team steht ebenso zum Verkauf wie der Markenname Palm und eine Unmenge an Patenten.
Zu viel Plastik
Das Urteil über die Geräte ist geteilt. Das an alte Palm-Smartphones angelehnte Format wird meist gelobt, die Ausführung meist kritisiert. Um einen günstigen Preis zu halten, der mit dem iPhone konkurrieren kann, haben Palm Pre und Palm Pixi zu viel Plastik mitbekommen.
Hier müsste und würde ein Käufer ansetzen. HTC und Lenovo bringen sicherlich eigene Vorstellungen mit, wie ein Smartphone aussehen muss. Ein erfahrenes Team für die Umsetzung stände bereit. Ob webOS noch eine Zukunft hat, ist fraglich.