Digitale Dividende

Mobilfunk-Frequenzen ab morgen unterm Hammer

Drei, zwei, eins - so schnell wird es nicht gehen, wenn morgen die Auktion neuer Mobilfunk-Frequenzen beginnt. Bis der Hammer endgültig fällt, kann es Wochen dauern.

Insgesamt wird ein Spektrum von 360 MHz versteigert, aufgeteilt in 41 Frequenzblöcke. Das ist mehr als doppelt so groß wie bei der legendären Auktion der UMTS-Frequenzen vor zehn Jahren. Mit ähnlich hohen Einnahmen wird diesmal nicht gerechnet. Statt 50 Milliarden Euro wird die Bundeskasse wohl nur 5-6 Milliarden Euro einnehmen.

Auch bei den Bewerbern gab es keine Überraschungen. Die vier Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und Telefonica O2 sind zugelassen. Ein Bewerber sprang vorher ab, einer erfüllte die Voraussetzungen nicht. Einen Eilantrag, die Versteigerung auszusetzen, hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig abgelehnt.

Nachfrage höher als Angebot

Die zur Auktion stehenden Frequenzen liegen in den Bereichen 800 MHz, 1,8 GHz, 2 GHz und 2,6 GHz. Darunter sind auch die Frequenzen, die durch die Umstellung von analogem auf digitalen Rundfunk frei wurden, die sogenannte Digitale Dividende.

Diese sind vor allem begehrt, weil man damit in ländlichen Bereichen große Flächen mit wenig Antennen abdecken kann. T-Mobile und Vodafone dürfen zwei Blöcke a 2 x 5 MHz ersteigern, E-Plus und Telefonica O2 jeweils drei. Versteigert werden aber lediglich sechs.

Die 800-MHz-Frequenzen sind als einzige mit Auflagen verbunden, weil damit die Gebiete versorgt werden sollen, in denen keine DSL-Anschlüsse geschaltet werden können. Bis 2016 müssen in allen Städten und Gemeinden, die die Bundesländer benennen, 90 Prozent der Bevölkerung mit Breitband-Internet via Mobilfunk versorgt werden.

11.04.2010 | 15:43 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Digitale Dividende, Mobilfunk-Frequenzen, Auktion, Versteigerung, Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, T-Mobile, Vodafone, E-Plus, Telefonica O2

Anzeige

Werbung