Rene Obermann, Chef der Deutschen Telekom hat ein Problem: Sein Unternehmen investiert immer mehr in die Infrastruktur, die Gewinne machen aber andere. Jetzt hat er ein paar Ideen präsentiert, wie die Telekom etwas mehr Geld verdienen kann.
Beim Investorentag der Telekom in der letzten Woche forderte er bereits, dass Dienste, die große Datenmengen durch das Telekom-Netz schicken, dafür eine Gebühr bezahlen müssten.
Obermann forderte aber keine Mauthäuschen, die nach Datenmenge abrechnen, schließlich zahlen bereits die Kunden für den Internetzugang, der Telekom-Chef möchte ein Teil des Gewinns, den andere mit ihren Online-Diensten machen: Google und die Filmverleihe zum Beispiel.
Daten näher beim Kunden platzieren
Aber nicht nur die Telekom möchte Google anders behandeln, Google selbst strebt eine herausgehobene Stellung an. Das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, dass Google in den Netzwerken der Internet-Provider eigene Data Center errichten möchte.
Das Projekt soll den Namen OpenEdge tragen und die Daten möglichst nah bei den Nutzern platzieren. Auf diese Weise könnten YouTube-Videos flüssiger abgespielt werden.
Die ersten Kommentatoren werfen nun die Frage auf, ob dadurch die Netzneutralität gefährdet werden könnte: Google zahlt Geld und erhält einen schnelleren Kanal zu den Kunden. Oder umgekehrt: Wer nicht zahlt, muss den Umweg über die langsame Leitung nehmen.
Ein eigener Telekom Store
Die Deutsche Telekom möchte aber nicht nur die Gewinne anderer abschöpfen, sondern auch selbst Gewinne erwirtschaften - nach Vorbild der anderen. Die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, dass Obermann einen Telekom Store plane.
Darin könnten die bestehenden Angebote Musicload, Videoload und Gamesload zusammengefasst werden. Auch Zeitschriften und Bücher in digitaler Form sollen darüber verkauft werden. Bereits zur CeBIT hat die Telekom eine Kooperation mit dem Spiegel-Verlag bekannt gegeben.
Der Telekom Store könnte eine Alternative zum Apple iTunes Store sein - oder, falls man diesen Partner nicht ärgern möchte, für den ganzen Rest. Es soll bereits Vereinbarungen über eine Kooperation mit Handy-Entwicklern wie Samsung und Nokia, aber auch mit anderen Netzbetreibern wie France Telecom und Telefonica geben.