Erst war es der Amazon Kindle, jetzt ist es das Apple iPad - an diesen beiden Geräten messen sich alle anderen, die zum Lesen aufs Sofa mitgenommen werden wollen. Jetzt hat auch das deutsche Unternehmen Neofonie einen Tablet-PC angekündigt: Das WePad ist eine Mischung aus Apple iPad, Intel-Netbook und Google Nexus One.
Auf den ersten Blick erscheint es wie ein großes iPad. Der Touchscreen lässt sich ebenfalls über Multitouch steuern, ist mit einer Diagonalen von 11,6 Zoll aber größer und zeigt mit 1.366 x 768 Bildpunkten auch mehr an.
Das gilt auch, wenn man das WePad in der Hand hält. Mit 28,8 x 19,0 x 1,3 cm ist es größer und mit 800 Gramm auch schwerer als das iPad. Das Gehäuse ist aus Magnesium-Aluminium, also ähnlich edel wie beim Apple-Tablet.
Netbook-Hardware im Inneren
Im Inneren des WePad findet sich aber Netbook-Hardware. Intels Atom-Prozessor N450 ist mit 1,66 GHz schneller getaktet. Der interne Speicher ist 16 oder 32 GB groß und kann über eine SD-Karte um bis zu 32 GB erweitert werden.
WLAN n und Bluetooth gehören zur Standard-Ausstattung. UMTS gibt es wie beim iPad optional. Hinzu kommen noch zwei USB-Anschlüsse und eine Webcam. Mit so viel Leistung kommt das WePad aber auch nur auf eine Akkulaufzeit von sechs Stunden. Das WePad ist also letztlich schlapper als das iPad, das zehn Stunden durchhalten soll.
Auch wenn Neofonie bei der Hardware des WePad überwiegend auf Standard-Komponenten zurückgreift, so wurde die Oberfläche an die Bedürfnisse eines Sofa-Surfers angepasst. Grundlage ist Googles Handy-Betriebssystem Android.
Dank Android beliebig erweiterbar
Dieses wurde um einen WeMagazine-Reader ergänzt. Neofonie möchte anscheinend zuerst Zeitungen und Zeitschriften auf das WePad holen. Es beherrscht aber auch die gängigen E-Book-Formate wie das propuläre ePub, aber auch ein eigenes WePad-Format, das als Premium bezeichnet wird und wahrscheinlich DRM umfasst.
Durch die Android-Basis ist das WePad aber auch offen für andere Anwendungen. Eine Anbindung an E-Mail und soziale Netzwerke gibt es bereits. Über den Android Market und einen eigenen WePad-Store wird man weitere Programme auf den Tablet-PC holen können.
Android ermöglicht auch die Nutzung von Flash. Neofonie sieht dies als einen entscheidenden Vorteil des WePad. Apple könnte den argumentativen Spieß aber leicht umdrehen: Die ausgiebige Nutzung von Flash wird die ohnehin kürzere Akkulaufzeit noch weiter verringern.
Die Verlage mit im Boot?
Neofonie ist kein Neuling, sondern ein mittelständiges Unternehmen, das bereits mit einigen deutschen Verlagen zusammenarbeitet. Das WePad richtet sich deshalb auch an sie. Die Verlage werden das WePad unter eigenem Logo verkaufen können. Nicht bekannt ist, ob es das WePad überhaupt im freien Handel geben wird. Auch wurde noch kein Preis genannt.
Zuerst wird aber das Apple iPad erscheinen - im April. Anscheinend hat Apple aber noch Probleme, Partner zu finden, die geeignete Inhalte stellen. Für besonders geeignet hielt Apple bisher Fernsehserien. Die wird es vorerst aber nicht im günstigen Abo geben.