Der Mobilfunkmarkt ist im Schwung, im Umschwung genaugenommen. Die Netzbetreiber Drillisch drängt auf Zusammenschlüsse. Das Mobilfunkgeschäft von Freenet hat er schon länger ins Auge gefasst. Jetzt springt ihm United Internet (extern) zur Seite. Mit viel Geld und einem Blick auf Freenets DSL- und Hostinggeschäft.
Beide Unternehmen, die Drillisch AG und die United Internet AG, haben die Holding MSP gegründet. Drillisch bringt 6,01 Prozent von Freenet (extern) ein. Dies ist allerdings nur ein Viertel der Anteile, die Drillisch bereits jetzt an Freenet hält, insgesamt sind dies knapp 30 Prozent. 1&1 bringt das Geld für den Ankauf weiterer Anteile, insgesamt 151,3 Millionen Euro. Die neue Holding hat eine Option auf weitere 18,49 Prozent der Anteile.
Auseinanderreißen, was nicht zusammengehört?
Die Freenet AG hat zwei Wurzeln, zum einen den Mobilfunk Service Provider Mobilcom, zum anderen den DSL-Anbieter Freenet, der nebenbei noch mit freenet.de ein erfolgreiches Portal betreibt und den Webhoster Strato (extern) übernommen hat. Genau hier verläuft auch die Interessenslinie der Holding. Drillisch möchte Freenets Mobilfunkgeschäft mit dem eigenen verschmelzen, während United Internet sich für die anderen drei Geschäftsbereiche interessiert.
Freenets DSL-Geschäft passt hervorragend zum DSL-Geschäft der United-Internet-Tochter 1&1. Man hat ein ähnliches Angebot und mit Telefónica den selben Vorleister. Das Freenet-Portal könnte optimal in die Reihe der bestehenden United-Internet-Portale eingereiht werden: 1&1, GMX und web.de. Und im Webhosting würden die Nummern eins und zwei zueinanderfinden - wenn das Kartellamt denn mitspielt.