Verbraucherschutz-Ministerin Ilse Aigner meint es ernst: In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bekräftigte sie Ihre kritische Haltung gegenüber Google und anderen Internet-Unternehmen, die Zugriff auf private Daten erhalten.
"Es ist ein Unterschied, ob ein Foto in einem privaten Album klebt oder im weltweiten Netz jederzeit und von jedem eingesehen werden kann", so Aigner.
Oftmals wissen die Menschen gar nicht, welches Unternehmen welche Daten hat. Die Minsterin fordert deshalb: "Die Unternehmen müssen allen Nutzern Einblick gewähren, welche personenbezogene Daten gespeichert sind und was damit geschieht".
Unternehmen verdienen mit privaten Daten Geld
Letzlich wisse man auch nicht, wie diese Daten miteinander verbunden werden. "Mit der Vernetzung und Vermarktung privater Daten ist eine Menge Geld zu verdienen. Doch niemand weiß genau, wie Namen, Adressen und Bilder im Internet miteinander verknüpft werden."
Ministerin Aigner lehnt diese Dienste nicht grundlegend ab. "Das Problem ist zu komplex für Schnellschüsse, aber wir sollten es bei einer Weiterentwicklung des Bundesdatenschutzgesetzes aufgreifen."
Als Erklärung fügt sie an: "Als dieses Gesetz geschaffen wurde, konnte man sich noch nicht vorstellen, wie das Internet unser Leben verändern würde. Das Internet bietet uns viele Chancen, aber es beinhaltet eben auch Risiken."
Staat ist transparenter als Unternehmen
Auch auf den Gegenvorwurf, der Staat sammle ebenfalls Daten, ging sie ein: "Im Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung gibt es genaue Vorgaben, welche Daten wie gespeichert werden und wer wann darauf zugreifen darf."
Und weiter: "Nach sechs Monaten werden Verbindungsdaten wieder gelöscht. Wie lange, wie, wo und was genau speichern eigentlich Online-Dienste? Und wer hat Zugriff auf diese Daten? Da wünsche ich mir mehr Transparenz."