Als Apple sein iPad vorstellte, fragte keiner, wann es denn das Google-Tablet gebe. In Mountain View folgt man bekanntlich einem eigenen Plan. Der sieht aber offensichtlich vor, dass man sich über ein eigenes Tablet Gedanken macht. Das Google nahestehende Chromium-Projekt hat dazu Bilder und ein Video veröffentlicht. Dabei handelt es sich um kein fertiges Produkt, sondern bloß um eine Studie.
Das Video zeigt auch einen viel größeren Bildschirm, als ihn das Apple iPad besitzt. Stattdessen erinnert es an Microsoft Surface. Mit diesem Riesen-Touchscreen, der per Multitouch-Gesten gesteuert wird, möchte Microsoft die Ladentheken und andere interaktive Infostationen erobern.
Im Kern zeigen die Bilder und das Video des Chromium-Projekts aber einfach nur, wie sich ein Gerät mit Chrome OS ohne Tastatur steuern lassen würde - mit Drop-Down-Menüs, die sich wie ein Popup über ein Fenster legen, einer Sidebar und einer virtuellen QWERTY-Tastatur in verschiedenen Layouts.
Software-Konzept, keine Hardware
Das Chromium-Projekt entwickelt die Open-Source-Varianten von Chrome und Chrome OS, die von jedermann in eigenen Produkten eingesetzt werden können. Schon bei Android hat Google gezeigt, wie mit einem Betriebssystem die Ansprüche mehrerer Hardware-Entwickler befriedigt werden können.
Entsprechend zeigen Bilder und Video auch keine Hardware-Eigenschaften. Es handelt sich bloß um eine Konzeptstudie. Für die Hardware könnten wie auch bei Android die anderen zuständig sein.
Nichts ist ausgeschlossen
Die Veröffentlichung auf der Website des Chromium-Projekts könnte deshalb auch bloß ein Versuchsballon sein, wie man außerhalb von Google auf ein Google-Tablet reagieren würde. Möglich ist alles.
Und auf die Frage, ob Google nun auch ein eigenes Pad plane, antwortete Vertriebschef Nikesh Arora der Wirtschaftwoche gerade erst, ausgeschlossen sei es nicht.