Konkurrenz ist, wenn man sich um die gleichen Kunden bemüht. Streit hat dagegen eine deutlich emotionale Komponente. Derart hinreißen lassen soll sich Apple-Chef Steve Jobs haben. Bei einem Town Hall Meeting soll er vor Apple-Mitarbeitern über Google und Adobe hergezogen sein.
Mehreren Berichten zufolge soll er Googles Leitspruch "Don't Be Evil" als "a load of crap" bezeichnet haben. Mit anderen Worten: Wie jedes andere Unternehmen versucht auch Google andere zu verdrängen. Denn Apple habe keine Suchmaschine entwickelt, sondern Google ein Handy. Google wolle das iPhone vernichten, so Jobs.
Das Problem scheint aber nicht Android zu sein. Das Handy-Betriebssystem ist so breit angelegt, dass es eher Nokia und Microsoft als Bedrohung empfinden müssen. Erst mit dem Motorola Milestone und dem Google Nexus One ist Apple Konkurrenz für sein iPhone erwachsen.
Mehr Updates für das iPhone
Die Konkurenzstellung deutete sich schon seit längerer Zeit an. Die Nichtaufnahme von Google Latitude und Google Voice in den App Store sowie der Rückzug von Google-Chef Eric Schmidt aus dem Aufsichtsrat von Apple wurde noch mit sachlichen Argumenten begründet. Jetzt hat sich Steve Jobs aber erstmals zu einem emotionalen Ausbruch hinreißen lassen.
Seine Wut richtete sich auch gegen Adobe. Das Unternehmen sei faul, so die Berichte. Flash sei so fehlerhaft, dass Apple es deshalb nicht unterstütze - auf dem iPhone und dem iPad. Immer wenn ein Mac wiederholt abstürze, sei Flash schuld.
Bei Adobe sagte Steve Jobs auch klar, wie sich das Problem lösen werde. Flash sei in Zukunft nicht mehr nötig, da sich über HTML5 Videos direkt auf Webseiten einbetten ließen. Wie er Google in Schach halten wolle, deutete er nur an: durch häufigere Updates für das iPhone und mehr Funktionen.