Im nächsten Jahr sollen neue Mobilfunk-Frequenzen versteigert werden. Die Bundesnetzagentur legte bereits die Bedingungen dafür fest. E-Plus, O2 und der Europäische Union gefielen diese aber nicht. Zumindest die EU-Kommissarin Viviane Reding konnte jetzt besänftigt werden.
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, sagte gestern nach einem Treffen mit Reding, dass die Bedingungen nicht korrigiert werden, aber im Anschluss untersucht werde, wie es um den Wettbewerb im deutschen Mobilfunkmarkt stehe.
Historich bedingt gibt es eine Ungleichheit zwischen den Netzbetreibern. T-Mobile und Vodafone nutzen für GSM-Telefonate überwiegend das Frequenzspektrum um 900 MHz, mit dem sich größere Flächen mit weniger Mobilfunkmasten abdecken lassen. E-Plus und O2 nutzen überwiegend das Spektrum um 1.800 MHz.
Untersuchung im zweiten Halbjahr 2010
Neben Frequenzen im UMTS-Spektrum sollen im zweiten Quartal 2010 auch Frequenzen im Bereich um 800 MHz versteigert werden. Diese sind durch die Umstellung von analogem auf digitalem Rundfunk freigeworden (Digitale Dividende). Darüber sollen Breitband-Internetanschlüsse im ländlichen Raum realisiert werden.
E-Plus und O2 hätten gerne einen Ausgleich für ihre historische Benachteiligung bei GSM-Telefonaten gehabt und haben nach der Bekanntgabe der Auktionsbedingungen auch Klagen angekündigt.
Die Europäische Kommission jedoch scheint nach dem gestrigen Gespräch zufriedengestellt zu sein. Drei Monate nach der Versteigerung, also voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2010, sollen die Wettbewerbsverhältnisse im deutschen Mobilfunkmarkt untersucht werden.