Das erste iPhone erschien zwei Jahre vor dem Palm Pre. Entsprechend höher sind Apples Marktanteile. Auch als das Palm Pre in diesem Sommer fast zeitgleich mit dem aktuellen iPhone erschien, verkaufte Apple mehr Geräte. Seitdem ärgert Palm den Konkurrenten und hofft auf Aufmerksamkeit.
Über Palm Media Sync soll das Pre seine Musiksammlung direkt mit iTunes abgleichen. Diese Funktion ist zwar schön, aber nicht notwendig.
Erstens ist der Nutzen nur eingeschränkt, da kopiergeschützte Titel nicht synchronisiert werden. Zweitens kann man die Mediensammlung auch manuell überspielen. Drittens ist absehbar, dass es zahlreiche Drittanbieter geben wird, die dieses Problem besser lösen.
Apple verliert die Kontrolle
Dennoch zeigte sich Apple getroffen. Das Palm Pre gab sich iTunes gegenüber als iPod aus. Aber bei Apple achtet man peinlichst darauf, die Kontrolle darüber zu behalten, wer sich an den eigenen Dienst andockt.
Seitdem versuchte Apple mit einer neuen iTunes-Version das Pre auszusperren und Palm mit einer neuen webOS-Version das Pre wieder anzudocken. Ein Katz-und-Maus-Spiel.
Als vor wenigen Tagen die webOS-Version 1.2 veröffentlicht wurde, schien Palm aufgegeben zu haben. Das war ein größeres Update, das iTunes links liegen ließ.
Wadenbeißerei
Doch jetzt schob Palm die Version 1.2.1 hinterher. Ein kleiner Fehler für Nutzer von Microsoft Exchange wurde behoben und das Pre wieder an iTunes angedockt. Zusätzlich wurde noch der Abgleich der Bildersammlung mit iTunes optimiert.
Dies ist ein klares Signal, das Palm nicht so schnell aufgeben wird. Maximale Medien-Aufmerksamkeit garantiert. Apple muss sich nun etwas überlegen, um den wadenbeißenden Konkurrenten abzuschütteln.
Eine alte Version für Deutschland
In Deutschland wird das Palm Pre erst am 13. Oktober erscheinen - exklusiv bei O2, aber ohne SIM-Lock. Allerdings wird auf hiesigen Geräten anfangs nur die webOS-Version 1.1.3 laufen. Ein Update auf webOS 1.2 soll es laut heise online erst im November geben.
Einziger Vorteil: Palm Synergy erhält einen Anschluss an europäische Dienste. Damit könnte zum Beispiel StudiVZ gemeint sein.