Die Bundesnetzagentur will im nächsten Jahr neue Mobilfunk-Frequenzen versteigern - ehemalige TV-Frequenzen von 790 bis 862 MHz und UMTS-Frequenzen im 1,8- und 2,6-GHz-Bereich. Die einzelnen Mobilfunker suchen nun eine möglichst günstige Startposition.
Telefonica O2 sieht sich bereits im Nachteil. Da man genauso wie E-Plus später gestartet sei, habe man mehr Frequenzen im Bereich um 1800 MHz. T-Mobile und Vodafone haben dagegen im Bereich um 900 MHz mehr Frequenzen - jeweils 12,4 MHz. E-Plus und O2 verfügen dort nur über je 5 MHz.
Je niedriger aber die Frequenz ist, desto größer kann die Funkzelle sein. Aus diesem Grund haben die beiden E-Netze heute noch einen schlechteren Empfang auf dem Land. Dieser Nachteil soll nun ausgeglichen werden.
Vorteil bei der Auktion herausholen
O2 fordert einen Ausgleich der Frequenzen zwischen den Bereichen und, falls dies nicht möglich sei, eine Begrenzung des Spektrums im Bereich unter 1000 MHz. Dort solle kein Netzbetreiber über mehr als 20 MHz verfügen.
Die Bundesnetzagentur sieht allerdings vor, in diesem Bereich 6 Blöcke zu je 5 MHz zu versteigern. T-Mobile und Vodafone könnten davon folglich jeweils nur einen abbekommen. Die restlichen 4 Blöcke würden dann, falls es keine weiteren Mitbieter gibt, an E-Plus und O2 fallen - zu einem wahrscheinlich moderaten Preis.
1-5 Mbit/s pro Haushalt
Die beiden Frequenzbereiche um 800 MHz und 900 MHz werden allerdings unterschiedlich genutzt werden. Im Bereich um 900 MHz funkt noch einige Zeit lang das GSM-Netz, in dem Datenübertragungen mit derzeit 260 kbit/s möglich sind.
Die neuen Frequenzen im Bereich um 800 MHz werden jedoch wahrscheinlich für Mobilfunktechniken der Generation 3,5 oder 4 eingesetzt. Über Long Term Evolution (LTE) wären dann Downloads mit mehr als 100 Mbit/s möglich. Pro Haushalt sollen davon immerhin noch 1-5 Mbit/s übrig bleiben.