Ein langer Streit scheint zu Ende zu gehen. Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar gab bekannt, dass Google auf den Kompromissvorschlag der Datenschützer "in allen Punkten" eingegangen sei.
Bei dem Streit ging es um den Dienst Street View, der Panorama-Ansichten ganzer Straßenzüge in den Kartendienst Google Maps einbettet. Anhand fotografierter Häuserfronten kann man dann sehen, ob man sich auch dort befindet, wo man gerade meint zu sein.
Das Problem der Datenschützer war zuletzt der Umgang mit den Rohdaten. Denn was die Google-Autos fotografieren, wird umgehend in die USA transferiert und entzieht sich dort dem Zugriff der deutschen Datenschützer.
Ein Klick und die Daten werden gelöscht
Verhandlungsziel war, dass Google alle schon vorhandenen Rohdaten löscht. Immerhin werden jetzt bestehende Rohdaten auf Wunsch unkenntlich gemacht. Gesichter und Autokennzeichen werden bereits automatisch verändert.
Doch in vielen Fällen reicht dies nicht aus. Wer sich selbst in Street View entdeckt, wird einen Link anklicken können, um dort die Löschung bzw. Unkenntlichmachung zu beantragen. Bislang bot Google nur eine E-Mail-Adresse an.
Wenn dies noch vor der Veröffentlichung der Fotos geschehen soll, muss man allerdings wissen, wo das Auto fährt. Google gibt deshalb bekannt, in welchen Monaten die Google-Autos in welchen Städten unterwegs sind.
Die Autos fahren wieder
"Auch wenn eine Überprüfung der Umsetzung der Widersprüche durch nationale Datenschutzbehörden in der Hauptniederlassung von Google in den USA nicht möglich ist, gehen wir fest davon aus, dass die Verarbeitung der Daten dort wie vereinbart erfolgt", so Caspar.
Der Dienst Google Street View soll demnächst auch in Deutschland starten. Bis dahin fahren wieder die Autos mit den 360-Grad-Kameras auf dem Dach.