Neues Betriebssystem

Palm Pre und Palm webOS: Das Warten hat sich gelohnt

Zu einem Meister des Aufschiebens hatte Palm sich in den letzten Jahren entwickelt. Ein neues Betriebssystem wurde entwickelt, aber nichts drang an das Licht der Öffentlichkeit, bloß woanders. Apple entwickelte das iPhone und Google zusammen mit HTC das Google-Android-Handy.

Bei einer so langen Wartezeit war die Gefahr groß, dass alle anderen schon vorbeigezogen waren und Palm wieder nur ein paar Verbesserungen zu präsentieren hatte, ohne dass der große Wurf gelingen sollte. Doch was Ed Colligan und Jon Rubinstein heute präsentiert haben, kann sich sehen lassen.

Das neue Smartphone wird Palm Pre heißen und noch in diesem Halbjahr exklusiv bei Sprint in den USA erscheinen. Wann es das neue Palm-Smartphone in einer GSM-Version geben wird, die dann auch in Europa zu kaufen ist, bleibt ungewiss.

Steuerung per Gesten auf dem Touchscreen

Wie zuvor schon an vielen Stellen vermutet, hat Palm das Smartphone nicht neu erfunden. Es wird einen 3,1 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 320 x 480 Bildpunkten haben. Eine vollständige QWERTY-Tastatur lässt sich nach unten herausziehen.

Die Mächtigkeit steckt allerdings im neuen Betriebssystem Palm webOS. Es wird komplett über Gesten auf dem Touchscreen oder über die Tastatur gesteuert. Einen Stylus wie bei früheren Palmgeräten obligatorisch gibt es nicht mehr.

Die Live-Vorführung konnte bereits zeigen, dass die Hardware schnell genug ist, um alle Operationen des Betriebssystems prompt auszuführen. Dieses Fehlen von Wartezeiten kennt man von anderen Betriebssystemen noch nicht.

Alles liegt in den Karten

Der Kerngedanke des neuen Betriebssystems ist, alles zusammenzuführen. Dies geschieht nicht durch Anordnung mehrerer Icons auf einem Desktop, sondern durch die Bildung eines Kartenstapels. Mit dem Finger flippt man dann schnell durch die einzelnen Karten.

Daten werden fortlaufend gespeichert - auch, wenn man eine Anwendung in den Kartenstapel zurückschiebt. Ebenso führt Palm webOS alle Daten an einem Ort zusammen. So werden Adressen, die über Google, Outlook und Facebook gelesen werden, in einer gemeinsamen Liste ohne doppelte Einträge angezeigt.

Diese Konsistenz und Liebe zum Detail zeichnet das neue Betriebssytem Palm webOS aus - zumindest, was man in der Vorführung sehen konnte. Wenn Palm in einigen Monaten hält, was heute versprochen wurde, dann hat sich das Warten gelohnt.

08.01.2009 | 21:59 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Neues Betriebssystem, Palm, Palm Pre, Palm webOS, Ed Colligan, Jon Rubinstein, CES 2009, Touchscreen, Live-Vorführung, cards

Anzeige

Werbung