Fusion

Kommentar: Hat sich E-Plus verpokert?

Niemand hält ernsthaft für möglich, dass E-Plus und O2 fusionieren könnten. Doch E-Plus-Chef Thorsten Dirks spricht darüber - wieder einmal und wie meistens öffentlich statt mit O2. Warum tut er das?

Wenn man ihn an seinem Handeln misst, dann fällt auf, dass er E-Plus in eine völlig andere Richtung geführt hat, als Telefónica dies gerade mit O2 macht.

Auch wenn Dirks etwas weniger Elefant im Porzellanladen ist, sein Verhalten erinnert an den Freenet-Chef Eckhard Spoerr. Dieser provoziert auch gerne öffentlich - zum Beispiel den 1&1-Chef Ralph Dommermuth und den Drillisch-Boss Paschalis Choulidis.

Will Dirks nun ein HSDPA-Netz oder nicht?

Doch Spoerr ist auch ein Mann des Handelns. Erst hat er sich, also Freenet, den Service Provider Debitel einverleibt und sich anschließend von dessem Hoffnungsträger Oliver Steil getrennt. Wie würde das bei E-Plus und O2 aussehen? Gibt es da eine gemeinsame Perspektive, auch wenn sie einseitig ist?

Würde E-Plus sich die O2-Marke Fonic einverleiben und den kostspieligen Ausbau des HSDPA-Netzes von O2 stoppen? Oder geht es ihm gerade um dieses?

Das wäre dann allerdings das Eingeständnis, dass es ein Fehler war, selbst nicht in mobile Breitband-Internetzugänge zu investieren. Was würde Dirks tun, wenn sich eine Fusion zwischen E-Plus und O2 tatsächlich ergeben würde?

Im direkten Vergleich abgehängt

E-Plus hat mit seinen vielen Discount-Marken sicherlich etwas richtig gemacht. Viele neue Kunden sind darüber ins Netz von E-Plus gewechselt. Doch die Umsätze mit Prepaidkarten sind nicht hoch.

Auf der anderen Seite wird gespart - vor allem an Investitionen. Daher darf man auch nicht die Leistung erwarten wie in anderen Netzen. Bei Telefonaten fällt dies jedoch weniger auf.

Wer allerdings über E-Plus ins Internet geht, dem dürfte beim Vergleich mit Freunden immer stärker auffallen, dass das Internet bei allen anderen schneller ist als bei E-Plus.

26.11.2008 | 20:12 Uhr
Autor: Peter Giesecke
Tags: Fusion, E-Plus, Telefónica O2, O2 Deutschland, Thorsten Dirks, Eckhard Spoerr, HSDPA-Netz, Breitband-Internet, mobiles Internet, Investition

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